Photovoltaik wird immer beliebter, während die Diskussion um die Energiewende von fossilen Brennstoffen zu erneuerbaren Energien zunimmt. Doch gerade im Zusammenhang mit Photovoltaik kursieren zahlreiche Mythen und Missverständnisse. Eigenheimbesitzer interessieren sich zunehmend für die Installation von Photovoltaikanlagen, stoßen jedoch oft auf falsche Vorstellungen, die zu Enttäuschungen führen können. Wir klären die größten Irrtümer auf. In diesem Blogartikel beleuchten wir die acht größten Photovoltaikmythen und zeigen auf, warum die Installation einer Photovoltaikanlage eine clevere Entscheidung für die Zukunft ist.

Photovoltaik-Mythos #1: Solarpaneele produzieren nur an sonnigen Tagen Strom 

Falsch! Moderne Photovoltaik-Anlagen sind in der Lage, auch bei bedecktem Himmel, diffusen Lichtverhältnissen und an kalten Tagen Strom zu produzieren. Dies liegt daran, dass Photovoltaik-Module das gesamte Lichtspektrum der Sonnenenergie nutzen können, nicht nur direktes Sonnenlicht. Selbst bei Bewölkung können Solarzellen noch Strom erzeugen, wenn auch nicht in der gleichen Menge wie an einem klaren Tag. Im Sommer können Photovoltaik-Anlagen bei leichter bis mittlere Bewölkung immer noch 300 bis zu 600 Watt pro Quadratmeter aufnehmen, während es bei starker Bewölkung etwa 200 Watt pro Quadratmeter sind.  

Es ist wichtig zu verstehen, dass der Ertrag einer Photovoltaikanlage nicht nur von der direkten Sonneneinstrahlung abhängt, sondern auch von anderen Faktoren wie der Qualität der Solarzellen, der Neigung des Dachs und der Ausrichtung der Module. Daher ist es ratsam, den potenziellen Energieertrag einer PV-Anlage anhand individueller Standortdaten zu berechnen.   

Es ist an der Zeit, den Mythos zu durchbrechen: Solarpaneele produzieren auch an bewölkten Tagen Strom und sind eine zuverlässige Quelle sauberer Energie, unabhängig von den Wetterbedingungen. 

Photovoltaik-Mythos #2: Eine Photovoltaik-Anlage muss nach Süden ausgerichtet sein 

Falsch! Diese Annahme ist längst überholt. Zwar generieren PV-Anlagen auf Süddächern rund 20 Prozent mehr Strom, aber eine auf einem Süddach installierte Anlage ist nicht immer die beste Wahl. Im Gegenteil, oft ist eine Ost-West-Ausrichtung sogar vorteilhafter. Warum? 

Mythos widerlegt: Von der Ausrichtung der Solarmodule hängt die Menge des erzeugten Stroms ab. Süddächer mit einer Neigung von 30 Grad gelten zwar als optimal für die maximale Solarausbeute, jedoch ist es wirtschaftlicher, den erzeugten Strom direkt zu nutzen. Eine Ost-West-Ausrichtung ermöglicht eine kontinuierliche Stromproduktion über den Tag verteilt, was den Eigenverbrauch und somit die Wirtschaftlichkeit der Anlage erhöht. 

Neue Perspektiven: Moderne Technologien und intelligente Wechselrichter machen es möglich, dass auch Dächer mit anderen Ausrichtungen rentable Ergebnisse liefern können. Eine ganzheitliche Planung der Photovoltaik-Anlage, unter Berücksichtigung lokaler Gegebenheiten und wirtschaftlicher Aspekte, steigert die Effizienz. Dazu gehört auch die Ausrichtung nach Südost oder Südwest, die ebenfalls attraktiv sein kann. 

Besondere Situationen: In Ausnahmefällen, wie beispielsweise bei der Kombination von Photovoltaik-Anlagen mit Wärmepumpen, kann eine Südausrichtung Vorteile bieten. In den kurzen Wintertagen, wenn viel Strom zum Heizen benötigt wird, liefert eine Südausrichtung mehr Solarstrom und verbessert somit die Wirtschaftlichkeit. 

Photovoltaik-Mythos #3: Auf Flachdächern können keine Photovoltaik-Anlagen errichtet werden 

Falsch! Es ist möglich Solarmodule auf Flachdächern zu montieren. Allerdings gibt es einige wichtige Aspekte zu beachten, wenn es darum geht, eine Photovoltaik-Anlage auf einem Flachdach zu errichten. Ein entscheidender Faktor ist die Traglast des Daches: Ist das Flachdach stabil genug, um die zusätzliche Last der Solarmodule zu tragen? Eine sorgfältige statische Berechnung ist unerlässlich, um sicherzustellen, dass das Dach nicht überlastet wird. 

Ein weiteres zu berücksichtigendes Kriterium ist die verfügbare Fläche auf dem Flachdach. Je nach benötigter Anlagengröße muss ausreichend Platz für die Solarmodule vorhanden sein, um eine effiziente Stromerzeugung zu gewährleisten. 

Bei der Planung und Installation einer Photovoltaik-Anlage auf einem Flachdach ist also eine sorgfältige Analyse und Expertise erforderlich, um sicherzustellen, dass die Anlage optimal funktioniert und sicher betrieben werden kann. Mit einem geeigneten Montagesystem und der richtigen Planung ist es jedoch durchaus möglich, auch auf Flachdächern effiziente Photovoltaik-Anlagen zu realisieren und so einen Beitrag zur nachhaltigen Energieerzeugung zu leisten. 

Photovoltaik-Mythos #4: Regen, Schnee und Hagel schaden Photovoltaik-Anlagen 

Falsch! Solarmodule sind speziell für den Einsatz im Freien konzipiert und können rauen Wetterbedingungen problemlos standhalten- Regen, Schnee und Hagel können der Anlage in der Regel keinen Schaden zufügen. Selbst unter extremen Bedingungen bleiben die Paneele robust und zuverlässig. 

Dennoch gibt es gewisse Risiken, denen Photovoltaik-Anlagen ausgesetzt sein können. Schwere Stürme und insbesondere Blitzeinschläge können potenzielle Gefahren darstellen und zu Schäden führen. Um solche Risiken zu minimieren, ist es ratsam, die Anlage an einen Blitzableiter oder einen Überspannungsschutz anzuschließen. 

Zusätzlich zu diesen Vorsichtsmaßnahmen ist es empfehlenswert, die Photovoltaik-Anlage gegen mögliche Schäden abzusichern. Dies kann entweder durch den Abschluss einer speziellen Photovoltaikversicherung erfolgen oder indem die Anlage in eine bestehende Wohngebäude- oder Hausratsversicherungspolice integriert wird. Auf diese Weise können Eigentümer ihre Investition schützen und sich vor unerwarteten Kosten im Falle von Schäden durch Witterungseinflüsse absichern.

Photovoltaik-Mythos #5: Photovoltaik-Anlagen erhöhen die Brandgefahr 

Falsch! Weder verweigert die Feuerwehr das Löschen von Häusern mit Photovoltaik-Anlagen, noch gibt es spezielle Probleme beim Löschen solcher Brände im Vergleich zu anderen Brandfällen. Die Feuerwehr ist entsprechend geschult und hält stets ausreichend Abstand von potenziell stromführenden Bereichen. Moderne Photovoltaik-Anlagen sind standardmäßig mit Sicherheits- und Schutzvorrichtungen ausgestattet, die im Falle eines Brandes die Stromerzeugung unterbrechen und die Photovoltaik-Anlage vom Stromnetz trennen. 

Statistiken zeigen deutlich, dass die Brandgefahr durch Photovoltaik-Anlagen vernachlässigbar gering ist. Lediglich 0,006 Prozent der Photovoltaik-Anlagen waren laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in den Jahren von 1994 bis 2013 Ursache für einen Brand mit größerem Schaden. Auch in den folgenden Jahren hat sich daran nichts Grundlegendes geändert. Selbst im Falle eines Brandes sind moderne Photovoltaik-Module sicher mit herkömmlichen Mitteln, wie Wasser, zu löschen.  

Eine fachgerechte Installation sowie regelmäßige Wartung sind entscheidend, um das Risiko von Bränden zu minimieren. Fehler bei der Verkabelung und den Anschlüssen waren meist die Auslöser von Bränden bei Photovoltaik-Anlagen. Eine hohe Qualität bei der Montage sowie der eingesetzten Materialien sorgen für eine lange Lebensdauer und verringern das Risiko von Bränden zusätzlich. Insgesamt stellen Photovoltaik-Anlagen im Vergleich zu anderen technischen Anlagen kein besonders erhöhtes Brandrisiko dar. 

 

Photovoltaik-Mythos #6: Photovoltaik-Anlagen sind umweltschädlich   

Ein weit verbreiteter Irrtum über Photovoltaik-Anlagen ist die Annahme, dass ihre Herstellung mehr Energie verbraucht, als sie später produzieren können. Diese Annahme basiert auf dem Gedanken, dass die Produktion von Solarzellen und Modulen einen erheblichen ökologischen Fußabdruck hinterlässt. Doch Studien des Umweltbundesamtes und des Fraunhofer-Instituts widerlegen diese Behauptung. 

Laut einer Studie des Umweltbundesamtes haben Solaranlagen bereits nach kurzer Zeit mehr Energie erzeugt, als für ihre Produktion aufgewendet wurde – und das in nur 0,9 bis 2,1 Jahren. Das Fraunhofer-Institut bestätigt diese Ergebnisse und gibt an, dass moderne Photovoltaik-Anlagen im Laufe ihres Betriebs mindestens zehnmal mehr Energie erzeugen, als für ihre Herstellung benötigt wurde. Dies widerlegt deutlich die Vorstellung, dass Photovoltaik-Anlagen in Bezug auf ihren Energieverbrauch nicht nachhaltig sind. 

Des Weiteren sind die Materialien, die für die Herstellung von Solarzellen verwendet werden, wie Silizium, Aluminium, Glas und verschiedene Kunststoffe, unbedenklich und größtenteils recycelbar. Das bedeutet, dass eine private Hausdachanlage am Ende ihrer Lebensdauer wie ein Elektrogerät beim Wertstoffhof abgegeben und recycelt werden kann. Somit tragen Photovoltaik-Anlagen nicht nur zur Reduzierung von CO2-Emissionen bei, sondern sind auch in Bezug auf ihre Herstellung und Entsorgung umweltfreundlich. 

Photovoltaik-Mythos #7: Eine Photovoltaik-Anlage lohnt sich nur mit Batteriespeicher 

Falsch! Tatsächlich kann eine Photovoltaik-Anlage auch ohne Speicher eine lohnende Investition sein. Der entscheidende Faktor ist der individuelle Stromverbrauch des Haushalts. Da Photovoltaik-Anlagen hauptsächlich tagsüber Energie produzieren und der Strom in der Regel sofort verbraucht wird, ist ein Batteriespeicher nicht unbedingt erforderlich. Überschüssige Energie wird lediglich in Zeiten mit geringerem Verbrauch gespeichert, um Verbrauchsschwankungen im Tagesverlauf auszugleichen. 

Es gilt also, die Anschaffungskosten für einen Batteriespeicher mit den potenziellen Einsparungen durch das Speichern von Energie für den späteren Eigenverbrauch zu vergleichen. Insbesondere für kleinere Wohngebäude sind Solarstromspeicher oft noch nicht wirtschaftlich. Die Kosten für Speichersysteme müssen unter einem bestimmten Schwellenwert liegen, damit sich die Investition langfristig lohnt.  

Es ist wichtig zu beachten, dass Solarstromspeicher auch andere Aufgaben übernehmen können, wie z.B. den Betrieb des öffentlichen Stromnetzes oder eine Notstromversorgungssicherheit. In solchen Fällen können sich die Investitionskosten schneller amortisieren. Letztendlich hängt die Rentabilität eines Batteriespeichers stark von den individuellen Umständen ab und sollte sorgfältig geprüft werden, bevor eine Entscheidung getroffen wird. 

Photovoltaik-Mythos #8: Photovoltaik-Anlagen ziehen Blitze bei Unwetter an 

Falsch! Die Wahrscheinlichkeit eines Blitzschlags in eine Photovoltaik-Anlage ist nicht höher als bei anderen Gebäuden. Um solche Bedenken auszuräumen, setzen moderne Photovoltaik-Anlagen auf zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen, wie Blitzableiter. Diese Maßnahmen entsprechen gängigen Blitzschutzstandards und minimieren potenzielle Risiken. 

Fazit 

Es existieren viele falsche Vorstellungen und Missverständnisse über Photovoltaik-Anlagen. Insgesamt können wir also festhalten, dass Photovoltaik-Anlagen eine lohnende Investition sind, die nicht nur finanzielle Vorteile bieten, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Energieerzeugung und zur Bekämpfung des Klimawandels leisten. 

Unsere Solarberater bei Solarland Bayern beraten Dich gerne kostenfrei und finden die perfekte Photovoltaik-Lösung für Dich. 

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Emre Göktan

Geschäftsführer Solarland Bayern SLB GmbH

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